(Von Bastian Rosenkranz, Dorstener Zeitung) Die offene U12 des BSV Wulfen hat ihre grandiose Saison mit dem Titel des Westdeutschen Vizemeisters gekrönt. Im Final-Four-Turnier am Sonntag in der Gesamtschulhalle mussten sich die Gastgeber erst im Endspiel den RheinStars Köln beugen, mit Girls-Power boten die Wölfe dem Favoriten aber lange einen tollen Kampf.

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Foto: Ingo Klug

Thomas Rademacher flitzte wie ein Honigkuchenpferd über das Parkett. Der Trainer der Wulfener U12 nahm freudestrahlend Glückwünsche entgegen, herzte und wurde geherzt. Dabei war an diesem Sonntagvormittag noch überhaupt nichts entschieden, denn gerade erst hatte sich seine Mannschaft mit dem 86:70-Halbfinalsieg über den Leichlinger TV souverän ins Endspiel gedribbelt. Trotzdem feierten Trainer und Nachwuchs mit den Eltern schon so, als wäre die Westdeutsche Meisterschaft in trockenen Tüchern. Das hatte seinen Grund.

Hinter den Nachwuchs-Talenten aus Wulfen liegt eine fast makellose Spielzeit. Über drei Jahre erarbeitete sich die Mannschaft die Teilnahme an der NRW-Liga und erntete seit dem Sommer die Früchte ihrer Arbeit. Mit nur einer einzigen Niederlage am letzten Spieltag beendete die von Rademacher, Annika Winck und Bärbel Gerding trainierte Truppe ihre Gruppe und qualifizierte sich für die Zwischenrunde vor anderthalb Wochen. Dort knüpfte der BSV nahtlos an bisher Gezeigtes an und warf sich mit zwei Siegen ins Final-Four-Turnier.

Coach Rademacher gerät ins Schwärmen, wenn er an die Leistung seiner Schützlinge zurückdenkt: „Solch eine Mannschaft hat ein Trainer vielleicht einmal in 20 Jahren. Den Zusammenhalt der habe ich noch nie erlebt, ich bin wahnsinnig stolz.“

Der Höhepunkt sollte im Finale am Sonntagnachmittag folgen, obwohl die U12 den ganz großen Wurf verpasste. Gegner RheinStars Köln wurde im Vorfeld als großer Favorit eingestuft, hatte sich beim 89:87 im Halbfinale gegen Leverkusen jedoch schwer getan. Wulfen setzte wieder auf Girls-Power, angeführt von der bärenstarken Liz Unselt stellte Wulfen als einziges Team der Endrunde vier Mädels.

Den Start setzten die Gastgeber aber völlig in den Sand und liefen schnell einem 3:18-Rückstand hinterher. Der wurde bis zur Viertelpause immerhin gekittet, in der die Wölfe nur noch mit fünf Zählern hinten lagen (18:23).

Korbleger, offene Würfe, Rebounds: Das Duell der beiden Kontrahenten spielte sich 40 Minuten auf einem ganz hohen Level ab. Über 41:52 zur Halbzeit machten die Hausherren den dritten Abschnitt zu ihrem, aus dem Rückstand wurde plötzlich eine Drei-Punkte-Führung. Doch mit der Viertelsirene fiel ein Dreier zum 73:73 durch die Wulfener Reuse, der dem jungen Team in den letzten zehn Minuten den Wind aus den Segeln nahm.

Köln mit Reserven

Köln setzte sich mit den größeren Reserven ab, zwei Minuten vor dem Ende schnupperte der BSV mit 91:93 letztmalig an der Überraschung. Zur Sirene stand letztlich ein 98:104 zur Buche, mit dem sich im Wulfener Lager aber niemand grämen musste. „Solch ein hohes Niveau habe ich in der gesamten Saison noch nicht gesehen, das war Werbung für den Basketball und den Jugendsport insgesamt“, fasste Coach Thomas Rademacher das Gesehene zusammen. Die offene U12 des BSV Wulfen – die Erfolgsstory fand am Sonntag mit dem Titel des Westdeutschen Vizemeisters einen würdigen Abschluss.

Punkte im Finale: Pupkeviciute (2), Holtrichter (4), Unselt (42), Pupkevicius (11), Schepers, Suttrup, Landwehr (10), Lumma (12), Brozio (17), Klug, Tillmann.

 

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