Empfang nach der Rückkehr von der OstseeSeit Freitag ist die Wulfener Sommerferienfreizeit 2017 Geschichte. Die knapp 50 Kinder und Jugendlichen, sowie ihre Betreuer sind wohlbehalten nach Wulfen zurückgekehrt, wo sie nun viel zu erzählen haben und in schönen Erinnerungen schwelgen können. Markus Zöllner war letztmals als Majuwi-Organisator dabei. Nach 10 Jahren soll jemand anderes seinen Job übernehmen. Wir wollten von Markus wissen:

Was war damals Deine Motivation, die Koordination der Wulfener Sommerferienfreizeit zu übernehmen?

Ich könnte jetzt sicherlich viele pädagogische Begründungen anführen, jedoch habe ich einfach sehr viel Spaß an Ferienfreizeiten. Schon während meiner Zivildienstzeit beim Caritasverband Dorsten habe ich Ferienfreizeiten geleitet. In den 80er Jahren konnte ich dreimal als Jugendlicher bei den BSV-Ferienfreizeiten (unter der Leitung von Wolfgang de Haan) mitfahren und schon da merkte ich, diese Zeit ist von unschätzbarem Wert. Organisatorisch kann man die Freizeiten von damals und heute überhaupt nicht miteinander vergleichen, was jedoch geblieben ist: Zwei Wochen kein Handy, dieses großartige Gruppengefühl und die Entstehung von echten Freundschaften.

Wie fiel die Wahl auf das Maritime Jugenddorf Wieck und warum seid Ihr bei diesem Ziel geblieben?

Ich habe damals das Majuwi über eine Zeitschrift in der Schule gefunden. Damals boten sie noch für Lehrer ein Kennenlernwochenende an. Ich bin dann 2007 mit Anette und meinen Kindern ins Majuwi gefahren und war sofort begeistert. Das Haus bietet einfach alles, was man für eine Freizeit benötigt und die Mitarbeiter haben uns immer perfekt unterstützt. Sie haben uns als tolle Gemeinschaft empfunden und sich jedes Jahr auf uns gefreut. Bei der Verabschiedung am Donnerstag habe ich zu Andrea Walter (Rezeption) gesagt, dass sie uns ein zweites Zuhause gegeben haben. Ja, so war es wirklich.

Warum ging´s aber dann zwischenzeitlich doch in einem Jahr nach Verchen?

Das Majuwi ist ab August immer durch eine christliche Freizeit aus Bayern komplett für 6 Wochen belegt und in dem „Verchen-Jahr“ kollidierten unsere Ferien mit den Ferien in Bayern. Verchen war super und verfügt ebenfalls über ein sehr schönes Haus, liegt aber zu weit abgelegen von attraktiven Angeboten und anderen Städten.

Welche tollen Erlebnisse schießen Dir sofort in den Kopf, wenn Du auf die 10 Jahre zurückblickst?

Es sind so viele, dass es unfair wäre einzelne Erlebnisse herauszustellen. Wir haben in jeder Fahrt Tränen gelacht und die Tage genossen. 366 Teilnehmer und 22 sensationelle Betreuer haben ihre Geschichten dazu beigetragen. An Fronleichnam 2018 habe ich alle Betreuerinnen und Betreuer eingeladen, mit mir ins Majuwi zu fahren, alle 10 Filme zu schauen, dort endlich mal in Ruhe in den Wiecker Restaurants Essen zu gehen und die Erlebnisse auszutauschen. Das werden sicherlich verrückte Tage.

Warum wird es kein 11. Jahr mit Markus Zöllner geben?

Das würde ich so nicht sagen. Es gibt es für das nächste Jahr definitiv keine Buchung oder Reservierung. Ich habe aber immer gesagt, dass ich als „Lageropa“ weiter mitfahren würde, aber nicht als Hauptverantwortlicher. Die Belastung vorher, während und nachher ist in den letzten Jahren größer geworden. Die Verantwortung, die Richtlinien und die Bürokratie haben stark zugenommen. Mittlerweile bewegen wir fast 30.000 € in den zwei Wochen. Es wird immer schwieriger Betreuer zu finden, da Prüfungen an der Uni während der Ferienfreizeit stattfinden und zwei Wochen vom Jahresurlaub zu opfern, dazu sind verständlicherweise die wenigsten bereit. Aber auch das Vereinsleben hat sich in den letzten Jahren geändert. Der Jugendbereich ist im Wandel. Spielerinnen und Spieler wechseln den Verein, um noch höher und erfolgreicher spielen zu können und Teams werden auseinander gerissen. Das hat seinen Preis, da wächst nicht mehr alles so zusammen, wie ich es in vielen Jahren zuvor noch erlebt habe. Eine vielleicht notwendige Entwicklung, jedoch nichts für einen „Vereinsromantiker“ wie mich. Von daher auch nicht nur der Abschied von den Ferienfreizeiten, sondern auch nach 37 Jahren das Ende meiner Vereinstätigkeit.

Wie sah nun der Empfang in Wulfen aus?

Die Eltern standen mit Luftballons und einem großem Transparent bei der Wiederkehr am Bus. Das war ein sehr schöner Empfang. Die Betreuer haben sich vor Ort sehr emotional bedankt und die Kids viele beeindruckende Texte formuliert. Das größte Dankeschön ist aber, dass in den letzten Jahren unter den Teilnehmern bleibende Freundschaften entstanden sind und Teilnehmer später als Betreuer mitgefahren sind.

Auch an dieser Stelle nochmal vielen Dank an Markus Zöllner für das großartige Engagement!

Main Page Contacts Search