Die 70:74 (42:34)-Niederlage des BSV Wulfen beim Aufsteiger TV Einigkeit Barop am Samstagabend kann am Ende der Saison entscheidend sein im Kampf um den Aufstieg in die 1. Regionalliga. Der BSV hat mit seiner fünften Saisonniederlage einen erheblichen Dämpfer erhalten, die eingeleitete Aufholjagd wurde jäh gestoppt. Zur Wahrheit des Samstagabends gehört aber auch: Nicht nur die Wulfener Basketballer selbst haben diese Niederlage zu verantworten. Auch die beiden Schiedsrichter haben eine große Verantwortung daran und müssen diese schultern.

"Ich habe mich in 25 Jahren Trainertätigkeit noch nie beim Verband über Schiedsrichter beschwert. Dieses Mal werde ich es tun", sagte BSV-Trainerin Marshas Owusu Gyamfi einen Tag nach dem Spiel. Die Begleitumstände der Begegnung in Barop geben das her. Vermutlich waren die beiden Referees nicht in der Lage, die Emotionen der lautstarken Fans des BSV auf der Tribüne und das Geschehen auf dem Spielfeld zu trennen.

Dass am Ende 28 Fouls gegen Wulfen und nur 14 gegen Barop gepfiffen wurden - das mag es beim Basketball geben. Zwar agierte Wulfen oft mit einer Zonendeckung, Barop mit einer aggressiven Manndeckung - aber das soll nichts bedeuten. Dass aber Wulfens Aufbauspieler Felix Riedel im Ballvortrag zweimal ein Bein gestellt wurde, er längs auf dem Hallenboden landete, der Foulpfiff aber ausblieb, war unverantwortlich. Die negative Krönung war dann das 5. Foul gegen Wulfens US-Amerikaner Connell Crossland Anfang des vierten Viertels. Er wurde beim Fastbreak gefoult, ihm wurde aber ein Offensivfoul angehängt. Nicht nur Crossland war fassungslos..

37 Freiwürfe für Barop, 13 für den BSV Wulfen - ein weiteres Indiz für die Abläufe in der Sporthalle Wischlingen. Dabei hatte Wulfen trotz eines schnellen 0:12-Rückstandes die Nerven behalten, bis zur ersten Viertelsirene auf 19:23 verkürzt und im zweiten Viertel das Kommando auf dem Feld übernommen. Ein Dreier von Kreshnik Gashi bedeutete das 40:33, mit einer 42:34-Führung ging es für den Gast in die Kabine. Das Fehlen von Jonas Kleinert hatte das Team kompensiert, den starken Baroper Ukrainer Marcenko besser in den Griff bekommen.

In der 25. Minute war die Wulfener Führung auf 48:44 geschmolzen. Gastgeber Barop führte vor dem letzten Viertel 51:50. Als dann Wulfens US-Amerikaner mit erwähnten umstrittenen Foulentscheidungen vorzeitig vom Feld geschickt wurde, brandete die Wulfener Fanseele endgültig auf. Wulfens Slowene Peter Marcic traf zwar einen Dreier zum 68:62, Barop konterte aber direkt aus der Distanz. Es folgte ein Chaos auf der Anzeigetafel, das die Schiedsrichter erst mit Verzögerung korrigieren ließen. Ein erneuter Baroper Dreier zum 68:69 aus Wulfener Sicht war ein Stich ins BSV-Herz. Felix Riedel verkürzte noch auf 70:71, der BSV musste schnell foulen. Marcel Gorontzis Versuch, mit einem Dreier beim Stand von 70:73 die Verlängerung zu erzwingen, verfehlte sein Ziel deutlich. Wulfen kassierte nach vier Siegen in Folge wieder eine Niederlage.

Die Tabellenspitze mit dem TSV Hagen 1860 und dem SVD Dortmund ist nun wieder drei Siege entfernt. Wulfen hat nun zwei Heimspiele in Folge: Am 9. Dezember gegen den sieglosen Tabellenletzten BG Hagen 2 und am 17. Dezember gegen Spitzenreiter Dortmund-Derne. Nur mit zwei Heimsiegen bleibt die theoretische Chance bestehen, doch noch Richtung Tabellenspitze zu klettern.   

BSV: Paschke 8/1, Sinnathamby, Brinkschulte, Gorontzi 2, Crossland 17/1, Gashi 11/3, Korte 2, Marcic 9/1, Riedel 10, Vadder 11, van Buer.

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