In der 2. Basketball-Regionalliga hat der BSV Wulfen mit der Titelvergabe nichts mehr zu tun. Auch das zweite Auswärtsspiel des Jahres 2018 ging für die Münsterland Baskets denkbar knapp verloren. Bei der ProB-Reserve der Schwelmer Baskets unterlag der BSV am späten Samstagabend mit 76:79 (36:44). Wie schon vor zwei Wochen beim 74:75 in Bielefeld verschenkten die Wulfener nach einer fulminanten Aufholjagd am Ende den möglichen Auswärtssieg.

Am kommenden Samstag (3.2., 20 Uhr) gastiert mit dem TSV Hagen 1860 der aktuelle Tabellenführer in der Wulfener Gesamtschulhalle. Bei nun schon sieben Saisonniederlagen hat Wulfen auch nur noch theoretische Chancen auf die Plätze zwei oder drei in der Tabelle, die möglicher Weise auch zum Nachrücken in die 1. Regionalliga West reichen könnten. Dennoch möchten die Basketballer aus dem Norden Dorstens beweisen, dass sie mit den Spitzenteams der Liga mithalten können und diese auch schlagen können. Gleichzeitig sollen die jungen Akteure weiter entwickelt werden, um in der Saison 18/19 einen neuen Anlauf Richtung Aufstieg zu nehmen.

Schwelm ist nach dem Hinspielsieg in Wulfen, als der BSV-Amerikaner Connell Crossland ebenfalls schon fehlte, das bislang einzige Team der Liga, das dem BSV zwei Niederlagen beibrachte. Es soll auch das einzige bleiben! Die routinierte Schwelmer Mannschaft lag gegen die Gäste lange Zeit in Führung. Nur beim 3:5 (2.) und 24:25 (13.) durch einen Dreier von Patrik Paschke hatte das von Marsha Owusu Gyamfi und Philipp Mazur gecoachte Team die Nase vorn. Dann zog Schwelm u.a. durch vier Dreier bis zur 18. Minute auf 39:28 davon, lediglich Kreshnik Gashi leistete mit einem Dreier in der dieser Phase offensiv Gegenwehr. Zur Pause lag Schwelm 44:36 vorne.

Auf 52:40 (24.) wuchs der Vorsprung an, ehe der BSV sich anschickte, zurück ins Spiel zu finden. Thorben Vadder, Patrik Paschke per Dreier, Kreshnik Gashi aus der Mitteldistanz und der starke Lukas van Buer am Brett verkürzten auf 52:49. Dann hatte Wulfens Slowene Peter Marcic seine beste Aktionen des Spiels, als er zwischen der 28. und 30. Minute auch seine einzigen Feldkörbe erzielte. Bis auf 63:59 schoss Marcic den BSV wieder auf Tuchfühlung, Jonas Kleinert verkürzte an der Linie gar auf 63:61 vor dem letzten Viertel.

Zwar konterte Schwelm, das in Krieger (25), Palopoli (19) und Rust (13) seine besten Akteure hatte, mit zwei Dreiern und einem Feldkorb auf 71:63, doch nun folgte die beste Wulfener Phase. Trainerin Marsha Owusu Gyamfi konstatierte nach dem Match: "Es hat heute viel zu lange gedauert, bis wir unseren Rhythmus gefunden hatten." Zwischen der 35. und 38. Minute war er da: Thorben Vadder mit drei Punkten in Folge, Alexander Winck per Korbleger und Kreshnik Gashi per Dreier glichen zum 71:71 aus. Nach einem Steal musste Alex Winck an die Linie, der 17-jährige Aufbauspieler brachte Wulfen 73:71 in Führung, die Lukas van Buer sogar noch auf 75:71 ausbaute. 90 Sekunden vor Ende schien das Momentum auf BSV-Seite zu sein.

Doch wie in Bielefeld traf der BSV in der Crunchtime schlechte Entscheidungen, leistete sich Fehlwürfe und Ballverluste. Weil die Gastgeber in der Schlussminute aber vier Freiwürfe vergaben, hatte die Wulfener Führung bis 16 Sekunden vor Ende Bestand. Da erzielte Hagens Youngster Purps das 77:76, Wulfen nahm die Auszeit. Doch der letzte siegbringende Angriff blieb den Rot-Weißen trotz Unterstützung von den Rängen versagt. Peter Marcic nahm einen schwierigen Wurf, den Rebound angelte sich Schwelm. Nach einem schnellen Foul behielt Schwelms Routinier Benni Rust die Nerven, versenkte drei Sekunden vor Ende beide Freiwürfe zum 79:76. Nach erneuter BSV-Auszeit blieb der letzte Versuch von Marcel Gorontzi, der die Verantwortung übernahm, mit einem Dreier die Verlängerung zu erzwingen, ohne Erfolg.

Hängende Köpfe bei den BSV-Spielern nach einer erneut knappen Auswärtsniederlage. Mit Siegen in Bielefeld und Schwelm wäre der BSV bis auf zwei Siege an Spitzenreiter Hagen und bis auf einen Sieg an die Verfolger  TVE Barop und SVD Dortmund herangekommen. So aber steckt Wulfen auf Platz 6 im Tabellenmittelfeld fest. Ein Spiegelbild einer verkorksten Saison, in der der US-Amerikaner Connell Crossland nicht mehr eingreifen wird. Der Powerforward liegt weiterhin in der Uniklinik Essen, es besteht aber keine Lebensgefahr mehr. Nach seiner Entlassung wird er in die USA nach St. Louis zu seiner Familie zurückkehren.

BSV: Paschke (8/2), Winck (6), Brinkschulte (2), Gorontzi (2), Gashi (14/4), Sinnathamby, Korte (2), Marcic (9/1), Riedel, Vadder (7, 9 Reb.), van Buer (14, 7 Reb.), Kleinert (12).    

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