Die BSV Münsterland Baskets Wulfen eilen in der 2. Regionalliga Westfalen von Sieg zu Sieg - aber zum zweiten Mal brauchte der BSV auswärts bei einem Aufsteiger die fünfminütige Verlängerung, bis der Sieg in trockenen Tüchern war. Die Münsterländer siegten mit 86:78 (73:73; 37:40) bei Citybasket Recklinghausen 2. Sieg nach Overtime - wie schon zum Saisonstart beim 114:107 in Hamm. Damit bleibt der BSV verlustpunktfrei an der Tabellenspitze und will seine Serie am kommenden Samstag zu Hause gegen den letztjährigen Meister TSV Hagen 1860 (17.11., 20 Uhr, Gesamtschulhalle Wulfen) ausbauen. Ärgster Verfolger ist aktuell die TG Rote Erde Schwelm mit einer Saisonniederlage. Denn die beiden Rivalen TVE Barop (zu Hause gegen Paderborn) und HammStars (in Bielefeld) kassierten etwas überraschend am 5. Spieltag schon ihre zweite Niederlage.

Dass Wulfen die erste Saisonniederlage erspart blieb, hatte am Samstag in der Vestischen Arena Recklinghausen mit einer gehörigen Portion Glück, aber auch nie endendem Kampfgeist zu tun. Fünf Minuten vor Spielende führte Aufsteiger Recklinghausen mit 66:56, nichts sah nach einem Wulfener Sieg aus. Doch dann starteten Alexander Winck, Steffen Piechotta, Marcel Gorontzi, Bryant Allen und Thorben Vadder eine nicht mehr für möglich gehaltene Aufholjagd. 90 Sekunden vor Ende führte die Mannschaft von Citybasket-Spielertrainer Mirko Bregulla, einst selbst beim BSV aktiv, noch 70:66. Bregulla selbst wurde dann zum tragischen Helden: US-Spielmacher Bryant Allen hatte gerade per Dreier das 71:72 aus Wulfener Sicht erzielt, da musste Bregulla 12,6 Sekunden vor Ende der regulären Spielzeit an die Freiwurflinie. Tatsächlich vergab er den ersten Wurf, beim 73:71 hatte Wulfen den vermeintlich letzten Angriff. Statt mit einem Distanzwurf auf Sieg zu gehen, sah Bryant Allen die Lücke in der Recklinghäuser Abwehr und versenkte vier Sekunden vor Ende zum Ausgleich. Noch einmal hatte Recklinghausen, das bis auf diese vier Sekunden die gesamte zweite Halbzeit in Führung gelegen hatte, die Siegchance. Doch der letzte Wurf war zu kurz, Wulfens Toprebounder Alex Winck angelte sich den Abpraller - Verlängerung.
 
Krehnik Gashi setzt zum Dreier an.

In der Overtime warfen dann Winck per Fastbreak und Allen per Dreier eine schnelle BSV-Führung heraus, die an der Freiwurflinie - acht Treffer bei acht Versuchen - dann wasserdicht gemacht wurde. Ganz anders die Citybasket-Reserve. Die ließ in der Verlängerung an der Freiwurflinie die mögliche Überraschung liegen, traf nur 5 mal bei 12 Versuchen. Wulfen, das in der Vorbereitung gegen den gleichen Gegner haushoch gewonnen hatte, hatte noch einmal den Kopf aus der Schlinge gezogen. Das erste Viertel (30:16 für den BSV) war offensichtlich Gift für die Köpfe der Wulfener Spieler. 30 Punkten in den ersten 10 Minuten folgten nur 18 Punkte in den nächsten 20. Die gewohnt guten Dreierschützen schossen eine Fahrkarte nach der nächsten, obwohl die Recklinghäuser Zone alle Chancen ermöglichte. Seine körperliche Überlegenheit am Brett konnte das Team von BSV-Trainer Predrag Radanovic gar nicht ausspielen - sechs Punkte in 45 Minuten dort sind indiskutabel. Bestnoten verdienten sich erneut Steffen Piechotta und Alexander Winck (Double-Double bei Punkten und Rebounds). Wulfens Glück war, dass Marcel Gorontzi, der 38 Minuten kein Wurfglück hatte, am Ende doch noch aufdrehte.

Den 5. Sieg nimmt dem BSV niemand mehr. Jetzt gilt die volle Konzentration dem kommenden Heimspiel gegen Hagen. In der Gesamtschulhalle gibt es ein volles Programm am 17. November: Um 13 Uhr spielen die Metropol Baskets Ruhr in der U19-Bundesliga gegen Oldenburg, um 17:30 Uhr die Herren 2 das Landesliga-Derby gegen die BG Dorsten 2, um 20 Uhr erwartet der Spitzenreiter BSV Münsterland Baskets Wulfen dann den letztjährigen Meister TSV Hagen 1860. Der hatte in der Vorsaison den BSV zweimal geschlagen. Die Motivation auf Wulfener Seite sollte hoch sein, die Gesamtschulhalle wieder voll.

BSV: Patrik Paschke (6/2), Alexander Winck (12, 10 Rebounds), Felix Brinkschulte, Marcel Gorontzi (10), Bryant Allen (25/5), Kreshnik Gashi (3/1), Tim Terboven (3/1), Milan Juskovic, Christian Dreißig (2), Thorben Vadder (6), Lukas van Buer (2, 9 Rebounds), Steffen Piechotta (17/1).

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