Die weiße Weste des BSV Wulfen hat ausgerechnet am 13. Spieltag der 2. Regionalliga Westfalen einen ersten Flecken bekommen. Der Tabellenführer kassierte bei Aufsteiger TuS Iserlohn Kangaroos 2 mit 65:73 (27:37) seine erste Saisonniederlage. Damit schmilzt der Vorsprung der Münsterland Baskets an der Tabellenspitze auf drei Siege. Schon am kommenden Dienstag (5.2., 20 Uhr, Gesamtschulhalle Wulfen) steht das schwere WBV-Pokal-Viertelfinale gegen den klassenhöheren TV Ibbenbüren an, spätestens am kommenden Samstag (9.2., 20 Uhr, Gesamtschule Wulfen) muss das Team von Predrag Radanovic wieder in der Spur sein. Denn dann folgt gegen den TSVE Bielefeld das erste von neun Endspielen um die Meisterschaft und den Aufstieg in die Regionalliga West.

Am Freitagabend hatte in Iserlohn nur eine Mannschaft den Sieg verdient - und das waren die Gastgeber. 40 Minuten lang lag der Aufsteiger gegen den Favoriten in Führung. Letzterer lieferte eine unterirdische Leistung ab, die mit dem sehenswerten Teambasketball der ersten zwölf Saisonspiele rein gar nichts mehr zu tun hatte. Schnell haderten die Wulfener mit den Entscheidungen der Unparteiischen, Center Thorben Vadder geriet früh in Foultrouble. Immer lief der BSV einen Rückstand hinterher. Dass Wulfen bis zur Schlussphase sogar noch eine Siegchance besaß - zwei Minuten vor Ende hieß es 62:58 für Iserlohn - grenzte angesichts der Leistung am Freitag an ein Wunder. Ein Dunking des starken ProB-Leistungsträgers de Oliveira 92 Sekunden vor Ende zum 65:58 brachte dann aber die Entscheidung. Als Ausrede für die Wölfe darf auch nicht herhalten, dass Iserlohn alle Talente aus dem ProB-Kader aufgeboten hatte.

Kein einziger Wulfener brachte in Iserlohn Normalform. Nach dem Seitenwechsel und vor allem im Schlussviertel brach das Mannschaftsspiel der Wölfe komplett zusammen. Es war eine one-man-Show vom US-Spielmacher Bryant Allen, der 30 der 38 BSV-Punkte in der zweiten Hälfte erzielte. In den letzten zehn Minuten dribbelte der 28-jährige Amerikaner meist alleine nach vorne und warf nicht weniger als 12 Distanzwürfe, von denen er die Hälfte auch traf und den BSV auf Tuchfühlung hielt. Mit Teambasketball hatte das aber nichts zu tun. So hofften die zahlreich mitgereisten BSV-Schlachtenbummler diesmal vergebens auf eine erfolgreiche Wulfener Aufholjagd.

Bis zum Ende des dritten Viertels hatte der beste Angriff der Liga gerade einmal 40 Pünktchen erzielt. Die harte Iserlohner Verteidigung mit einer sehr guten Hillfe machte den Wulfenern doch deutlicher zu schaffen als erwartet. Eine BSV-Trefferquote von nur 30 Prozent, dazu eine eklatante Wulfener Reboundschwäche bescherten der Iserlohner Zweitliga-Reserve den fünften Saisonsieg auf dem Silbertablett. Elf deutsche BSV-Spieler erzielten bei 49 Würfen aus dem Feld nur achtmal - indiskutable 18 Punkte. Mit einer Trefferquote von 16,3 Prozent ist kein Basketballspiel zu gewinnen.

Waren nach dem Spiel bedient: Trainer Predrag Radanovic und Bryant Allen.

Das Pokal-Viertelfinale am Dienstag gegen Ibbenbüren muss der BSV nun dazu nutzen, in eigener Halle wieder in die Spur zu kommen, die Treffsicherheit und den Rebound neu für sich zu entdecken. Denn gegen Bielefeld am 9. Februar wartet der nächste Stolperstein auf dem harten Weg zu Meisterschaft und Aufstieg.

BSV: Patrik Paschke (2), Alexander Winck (3/1, 4 Reb.), Marcel Gorontzi (7), Bryant Allen (36/6, 4 Assists), Kreshnik Gashi, Tim Terboven (4), Milan Juskovic (2, 4 Reb.), Christian Dreißig (2, 4 Steals), Semih Sehovic (0, 4 Reb.), Thorben Vadder (2), Lukas van Buer (0, 5 Reb.), Steffen Piechotta (7/1). 

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