Nach dem Jubiläumssekt kann beim BSV Wulfen auch schon einmal der Meistersekt kalt gestellt werden. Die Münsterland Baskets stehen kurz vor dem Gewinn der Meisterschaft in der 2. Regionalliga 2 und dem damit verbundenen Aufstieg in die Regionalliga West. Punktgenau im Jubiläumsjahr des 50. Vereinsbestehens kehren die Wölfe aus dem Norden Dorstens in die höchste Spielklasse Nordrhein-Westfalens zurück. Fünf Spieltage vor Ende der Saison haben die Basketballer aus dem südlichen Münsterland vier Siege Vorsprung auf die Konkurrenz. Zwei Siege noch - und es brennt auch rechnerisch nichts mehr an. Am kommenden Samstag, 16. März, 20 Uhr, will der BSV den nächsten und vorletzten Schritt tun. Dann kommt der GV Waltrop in die Wulfener Gesamtschulhalle - ein Heimsieg dürfte dann schon wie der Aufstieg gefeiert werden. Den Deckel drauf machen möchte der BSV dann am 23. März beim Auswärtsspiel in Werne. Ein erster Fanbus ist schon fast ausgebucht, ein weiterer Fanbus wird voraussichtlich geordert.

Ausgerechnet der kommende Gegner GV Waltrop leistete dem BSV am Samstag große Schützenhilfe. Während die Mannschaft von Predrag Radanovic ungefährdet mit 78:47 (32:27) beim Tabellenvorletzten TSV Hagen 1860 gewann, sorgten die ebenfalls abstiegsgefährdeten Waltroper eine Stunde später für das umjubelte 66:62 gegen Wulfen-Verfolger TG Rote Erde Schwelm, so dass die Bergischen nun wieder 8 Punkte Rückstand auf den BSV haben. Genauso wie der neue Tabellenzweite Lippebaskets Werne, der knapp beim Schlusslicht in Münster gewann. Auch der TV Einigkeit Barop sorgte mit einem Heimsieg über den TuS 59 HammStars für einen Paukenschlag. Hamm, Anfang der Saison als großer BSV-Rivale im Aufstiegskampf gehandelt, kann schon jetzt die Wulfener in der Tabelle nicht mehr überholen.
 
Stand am Samstag Abend gut: die Abwehr der Wölfe.

Der BSV hatte in Altenhagen nur eine Halbzeit lang Probleme mit dem TSV 1860, der in der aktuellen Verfassung kaum noch vor dem Sturz in die Oberliga bewahrt werden kann. Und das als amtierender Meister - vor einem Jahr hatten die Hagener den Titel gewonnen, das Aufstiegsrecht aber dem SVD Dortmund überlassen. Das 12:13 nach 10 Minuten war alles andere als glanzvoll aus Wulfener Sicht. Den 27:32-Pausenstand stellte Steffen Piechotta nach Ertönen der Halbzeitsirene von der Freiwurflinie her. Dem BSV merkte man an, dass der etatmäßige Spielaufbau mit dem US-Amerikaner Bryant Allen und Eigengewächs Alexander Winck nicht an Bord war. Winck hütete in Wulfen grippekrank das Bett, Allen hatte sich für den Notfall im Trikot auf die Bank gesetzt.

Dieser Notfall trat aber nicht ein. Denn schossen die Radanovic-Schützlinge in Halbzeit eins noch zu viele Fahrkarten (2/15 Dreiern), waren es nach dem Seitenwechsel genau die Würfe aus der Distanz, die schnell für Klarheit auf dem Spielfeld sorgten. Gleich dreimal Kreshnik Gashi, am Samstag BSV-Topscorer, dazu Steffen Piechitta, Patrik Paschke und Center Tim Terboven trafen von jenseits der 6,75-m-Linie. 25:7 ging das dritte Viertel an Wulfen, das Match war entschieden. Gashi/Piechotta hatte sich in Vertretung von Allen/Winck den Spielaufbau geteilt. Den verletzten Center Lukas van Buer ersetzte der 38-jährige-stand-by-Routinier Philipp Lensing. Da Marcel Gorontzi in Hagen kein Zielwasser getrunken hatte (0 Treffer bei 8 Versuchen), sprang am Samstag Christian Dreißig in die Bresche: Der 32-Jährige legte mit 14 Punkten und 10 Rebounds ein blitzsauberes Double-Double hin. Zweistellig scorten auch Steffen Piechotta (10 Punkte im zweiten Viertel) und Patrik Paschke. Gegen körperlich hoffnungslos unterlegene Hagener, die im jungen Nils Scheller (18 Punkte) ihren besten Akteur hatten, machten die Wulfener am Brett noch zu wenig Punkte. Aber mit insgesamt 54 Rebounds kontrollierten die Wölfe die Boards an beiden Enden des Spielfeldes.

Nun fiebert Wulfen dem kommenden Samstag entgegen: Im Kreisderby gegen den GV Waltrop, dem Spieltag der Knappschaftskrankenkasse, kann der vorletzte Schritt zum Titel gemacht werden. Es wird eine knisternde Stimmung in der Gesamtschulhalle herrschen. Der große Traum des BSV Wulfen, der Aufstieg im Jubiläumsjahr, ist zum Greifen nah.

BSV: Patrik Paschke (15/3, 7 Rebounds), Marcel Gorontzi, Bryant Allen (o.E.), Kreshnik Gashi (17/5, 5 Assists), Tim Terboven (5/1), Milan Juskovic (5), Christian Dreißig (14/1, 10 Rebounds), Thorben Vadder (4, 8 Rebounds), Philipp Lensing (3) und Steffen Piechotta (15/1, 9 Rebounds).

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