"Wir wollen spätestens 2020 in der 1. Regionalliga spielen." Dieses Ziel haben die Verantwortlichen der TuS 59 HammStars ausgegeben. Der letztjährige Oberliga-Meister und Aufsteiger in die 2. Regionalliga fiebert seinem ersten Spiel auf Regionalliga-Ebene entgegen. Gegner ist der BSV Wulfen. Für die Münsterland Baskets hätte es der Spielplan nicht schwieriger vorhalten können. Hamm gehört zum Favoritenkreis der 2. Regionalliga 2, hat seine Aufstiegseuphorie über den Sommer konserviert und möchte dem "Regionalliga-Methusalem BSV Wulfen" am Samstag kräftig in die Jubiläums-Suppe spucken. Spielbeginn ist um 19:30 Uhr in der Sporthalle des Märkischen Gymnasiums in Hamm (Wilhelm-Liebknecht-Str. 11).

Der BSV Wulfen hat schon in den 1980er Jahren in der Regionalliga gespielt, stieg 1987 in die 1. Regionalliga auf und gehörte dieser Spielklasse mit einer kurzen Unterbrechung 98/99 bis ins Jahr 2010 an. Dann folgte der sensationelle Sprung in die 2. Bundesliga ProB, wo der BSV drei Jahre lang mitmischte. Seit 2016 spielen die Münsterland Baskets wieder in der 2. Regionalliga. Und es ist kein Geheimnis, dass der Verein sich für sein Jubiläumsjahr 2019 ("50 Jahre BSV Wulfen") nichts sehnlicher wünscht, als die Rückkehr ins westdeutsche Basketball-Oberhaus.

Die Verantwortlichen des BSV wissen aber auch, dass Aufstiege nur selten planbar sind. Deshalb lastet auch überhaupt kein Druck auf dem neuen Trainer Predrag Radanovic und den Spielern. "In Wulfen wird auch noch weiter Basketball gespielt, wenn wir noch fünf Jahre in der 2. Regionalliga spielen. Überhaupt kein Problem", sagt BSV-Vorsitzender Christoph Winck. Sein gegenüber bei den HammStars, Abteilungsleiter Michael Waszek, hat übrigens in den 1990er Jahren selbst für den BSV in der 1. Regionalliga gespielt. Mit der Rückennummer 5 hinter BSV-Ikone Rob Stearns im Spielaufbau. Damals war Wulfens heutige Nummer 5, Alexander Winck, noch gar nicht geboren. 
 

Michael Waszek ist nicht der einzige alte Bekannte. Hamms Erfolgsgeschichte des letzten Jahres ist eng verknüpft mit Trainer Ivan Rosic. Der Ex-Trainer der BG Dorsten und des TV Werne hat bei den HammStars ein starkes Team zusammengestellt. Spektakulärster Neuzugang: Der Litauer Lukas Kazlauskas, den 2013 der BSV Wulfen nach Deutschland lockte und der später dann in Uerdingen, Dorsten, Herten und Grevenbroich als Profi spielte. Rosic kennt Kazlauskas noch aus seiner Dorstener Zeit. Genauso verhält es sich mit dem erst 20-jährigen Flügelspieler Jonas Kleinert, der in der 1. Regionalliga unter Rosic nur Bankdrücker war, sich in den vergangenen zwei Spielzeiten beim BSV Wulfen zum Leistungsträger entwickelt hatte. Jonas Kleinert hat sich im Sommer für einen Wechsel zu den HammStars entschieden und trifft gleich im ersten Spiel auf seinen ehemaligen Verein und eine Reihe guter Freunde. Hamm hat seinen US-Amerikaner Donahue (nach Kazlauskas und Kleinert der dritte Linkshänder im Team) nach dem Aufstieg behalten. Das Rosic-Team ist eingespielt, hat Heimvorteil und ist daher favorisiert am 1. Spieltag.

Der BSV wird mit Coolness, Cleverness, Teamspirit und unbändigem Kampfgeist dagegen halten müssen. Dass mit Thorben Vadder und Kreshnik Gashi zwei Spieler der Starting Five verletzt ausfallen, macht es für Predrag Radanovic nicht einfacher. Routinier Philipp Lensing (38) rückt daher in den Kader, für Gashi wird wohl Neuzugang Steffen Piechotta - auch ein Ex-Schützling von Ivan Rosic - mehr Einsatzzeiten bekommen. "Wir brennen darauf, dass es endlich losgeht. Meine Mannschaft hat gut trainiert und ist hoch motiviert", beschreibt Radanovic die Stimmung im Team.

Den Rücken stärkt in Hamm zudem eine große Fanschar in rot und weiß: Der von den Sponsoren (AS Group RekenVereinte VolksbankRaiffeisen HalternFunke Medical IT Solution und das Autohaus Borgmann) finanzierte Fanbus ist bereits überbucht, weitere Kleinbusse transportieren die stimmgewaltigen Wulfener Schlachtenbummler gen Osten. Es wird zum Saisonstart eine "Gänsehaut-Atmosphäre" in Hamm geben. Aber auch die Gewissheit: Es kann nur einen Sieger in diesem Duell auf Augenhöhe geben. Und ganz sicher werden beide Clubs bis in den April 2019 hinein um den Aufstieg in die 1. Regionalliga mitspielen. Bei einer Umfrage der Ruhr Nachrichten Werne wurden neben Hamm und Wulfen noch der TVE Barop und die Lippebaskets Werne als Titelkandidaten genannt. Mit einem deutlichen Vorsprung für Hamm. Samstagabend wissen alle mehr, wer die ersten zwei Punkte auf seinem Konto hat.

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