Der BSV Wulfen hat im Viertelfinale des WBV-Pokals die Sensation verpasst und musste nach einer 83:90 (42:43)-Heimniederlage dem TV Ibbenbüren den Einzug ins Halbfinale überlassen. Der WBV-Pokalsieger von 1991, 2004 und 2010 lieferte dem letztjährigen Finalisten einen großen Fight. Knapp 300 Zuschauer erlebten eine furiose Wulfener Aufholjagd bis zum 83:84 exakt 70 Sekunden vor dem Ende. Doch dann schlug sich der BSV mit Ballverlusten selbst und Omar Zemhoute machte mit seinem einzigen Dreier und fünf Punkten für Ibbenbüren den Deckel drauf. Der BSV muss das Pokal-Aus im Viertelfinale schnell abhaken, denn auf dem Weg in die 1. Regionalliga steht bereits am Samstag das nächste wichtige Heimspiel an. Um 20:30 Uhr in eigener Halle gegen den TSVE Bielefeld.

Wulfen gewann gegen die AOK Ballers aus dem nördlichen Münsterland die Viertel eins und vier mit 24:22 und 20:18, gab das zweite Viertel mit 18:21 ab und geriet im dritten Viertel (21:29) vorentscheidend in Rückstand. Beim 71:84 in der 36. Minute schien die Partie dann auch entschieden. Schien. Denn der alle überragende Spieler auf dem Feld, Wulfens Amerikaner Bryant Allen, sorgte im Alleingang für den Anschluss. Der US-Spielmacher markierte eine 12:0-Serie und beim 83:84 war alles wieder offen. Doch Wulfen gab in der Crunchtime zu viele Bälle ab, Ibbenbüren nahm in Person von Zemhoute die Geschenke an. Ibbenbüren steht im Halbfinale und träumt vom neuerlichen Finaleinzug. Im letzten Jahr war man in spannenden Finals am UBC Münster gescheitert.

Wulfen hielt 38 Minuten mit, demonstrierte Erstregionalliga-Reife. Am Ende entschieden Nuancen: Wulfen und Ibbenbüren hatten jeweils exakt 69 Würfe aus dem Feld. Ibbenbüren traf 30, Wulfen 26. Den Rebound verlor der BSV 39:48, das aber schon in Halbzeit eins (18:29). Die Offensivlast lag am Dienstagabend fast komplett auf den Schultern von Bryant Allen, der sagenhafte 53 Punkte erzielte. Das hatte zuletzt ein gewisser Rob Stearns im Wulfener Dress geschafft, noch in der altehrwürdigen Wittenbrinkhalle. Allen hatte aber zu wenig Unterstützung der eigentlich treffsicheren BSV-Distanzschützen Paschke, Gashi, Gorontzi oder Piechotta. Das Quartett traf nur 4 von 23 Würfen. Aber auch die Center mit 3 von 12 Schüssen trafen zu wenig. Letztlich waren es Kleinigkeiten, die über Sieg und Niederlage entschieden.

Ibbenbüren, das am Samstag ProB-Aspirant Düsseldorf die erste Niederlage beigebracht hatte und in der Regionalliga West aktuell die "Mannschaft der Stunde" ist, musste in Wulfen enorm kämpfen. Wulfen schied mit erhobenem Haupt aus dem Pokal-Viertelfinale aus, kann Samstag mit breiter Brust ins Heimspiel gegen starke Bielefelder gehen. Das Hinspiel in Ostwestfalen hatten die Münsterland Baskets nur knapp gewonnen. Wegen des Fußball-Bundesliga-Spiels zwischen Bayern München und Schalke 04 (18:30 Uhr auf Sky) beginnt das Match am Samstag erst um 20:30 Uhr in der Wulfener Gesamtschulhalle. Der Dank des BSV geht an den TSVE, der der kurzfristigen Verlegung zustimmte.

BSV: Patrik Paschke (2), Alexander Winck (7), Marcel Gorontzi (2), Bryant Allen (53/7, 7 Reb., 5 Ass.), Kreshnik Gashi (6/2), Tim Terboven (3/1), Milan Juskovic (2), Christian Dreißig (2, 7 Reb.), Philipp Lensing (2), Thorben Vadder, Lukas van Buer (4) und Steffen Piechotta. TVI: F. Avermann, S. Dolkemeyer, J. Tahroui (23/5, 8 Reb.), B. Fumey (17, 7 Reb.), J. Treichel, O. Zemhoute (15/1), D. Boahene (4), T. Fischer, M. Wilken, K. Patte, D. Johnson (23/4) und R. Steffen (8/1).

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