Das war ein großer Schritt Richtung Aufstieg! Der BSV Wulfen gewann am 9. Spieltag der 2. Regionalliga Westfalen auch sein neuntes Spiel und steht weiterhin verlustpunktfrei an der Tabellenspitze. Der hart erkämpfte 93:89 (52:47)-Auswärtssieg beim direkten Verfolger TG Rote Erde Schwelm bringt den Münsterland Baskets zwei Spieltage vor Ende der Hinrunde den vorzeitigen Gewinn der inoffiziellen Hinrundenmeisterschaft und den "Herbstmeister"-Titel. Aber das sind alles Momentaufnahmen. Das große Ziel des BSV Wulfen bleibt die Rückkehr in die Regionalliga West - am liebsten im Jahr 2019 zum 50-jährigen Vereinsjubiläum. Doch 13 Spiele lang wird Wulfen im neuen Jahr noch der Gejagte sein. Das nächste Mal am 12. Januar auswärts beim Tabellenschlusslicht UBC Münster 2, das prompt vor der Weihnachtspause seinen ersten Saisonsieg feiern konnte.

In Schwelm verrichtete die Mannschaft von Predrag Radanovic die erwartete Schwerstarbeit. Ein gutklassiges Zweitregionalliga-Match stand 40 Sekunden vor Schluss noch auf des Messers Schneide - 87:87. Dann stealte US-Spielmacher Bryant Allen, der nicht ganz fit und nur mit einer Trainingseinheit unter der Woche ins Spiel gegangen war, den Ball und markierte das 89:87 für Wulfen. 38 Sekunden standen da noch auf der Uhr. 25 Sekunden vor Schluss holte Lukas van Buer einen wichtigen Defensivrebound. Weil die Schwelmer noch keine Teamfouls hatten, begann nun das "stop the clock"-Spiel der Gastgeber. Fast hätte sich das auch ausgezahlt, denn ausgerechnet Bryant Allen schoss an der Freiwurflinie zwei Fahrkarten. Nach einem ganz wichtigen Defensivrebound von Thorben Vadder - Schwelms überragender Powerforward Sebastian Schröter hatte zum BSV-Glück den Ausgleich verpasst - machte es Marcel Gorontzi 19 Sekunden vor Ende besser und traf zwei Freiwürfe zum 91:87. Als zwölf Sekunden vor Schluss wieder Thorben Vadder den wichtigen Defensivrebound holte und gefoult wurde, machte der 2,04-m-Center des BSV an der Linie den Deckel drauf, verwandelte zum 93:87. Palopolis Korb zum 93:89 war nur noch Ergebniskosmetik, der BSV Wulfen hatte das Topspiel des 9. Spieltages für sich entschieden und seine Spitzenposition mit dem fünften Auswärtssieg der Saison - zum vierten Mal hauchdünn - untermauert.

Anders als in Waltrop, als Kreshnik Gashi aus allen Lagen traf, oder vor Wochenfrist gegen Werne, als Patrik Paschke nach Belieben das Leder versenkte, hatte der BSV diesmal aus der Distanz seine Probleme. Und das, obwohl die nur zu acht angetretenen Schwelmer sehr viel Zonenverteidigung spielten. Außer Steffen Piechotta (2 von 3 Dreiern im ersten und im letzten Viertel, aber auch früh mit drei Fouls belastet) schossen die Wulfener zu viele Fahrkarten von außen. Nach drei Vierteln lag die Dreierquote bei mageren 26 Prozent, ohne Piechotta sogar bei nur 20 Prozent. So musste Wulfen das Spiel diesmal an der Freiwurflinie (14 von 20 Freiwürfe) und mit einer Zonen-Pressdeckung in der zweiten Halbzeit gewinnen.

Denn zwischenzeitlich war es nicht gut bestellt um den BSV. Der Schwelmer Ex-Profi Sebastian Schröter (31 Punkte) war am Korb nicht wirklich auszuschalten, auch Spielmacher Stodolski (11), Flügel-As Palopoli (15) und Morlock (14) trafen zweistellig. 64:56 (27.) führten die Schwelmer schon, als der Radanovic-Fünf in sieben Minuten magere zwei Feldkörbe gelangen. Doch die Mannschaft um Kapitän Kreshnik Gashi bewies einmal mehr in dieser Saison großen Charakter. Im Schlussviertel holten die "Wulfener Jungs" Marcel Gorontzi, Thorben Vadder und Alexander Winck zusammen mit Christian Dreißig, Steffen Piechotta und Lukas van Buer den 68:71-Rückstand zum Viertelstart, und ein 74:78 nach 33 Minuten wieder auf. Gorontzi (9 Punkte in dieser Phase), Piechotta mit zwei Dreiern und Winck mit zwei Korblegern besorgten das 87:83 für Wulfen, ehe Schröter erneut ausglich und die Crunchtime begann.

Die Erleichterung und Freude bei Trainer, Team und mitgereisten BSV-Fans war am Samstagabend riesengroß. Neun Spiele, neun Siege - so lautet die makellose BSV-Bilanz in der Meisterschaft. Und die volle Konzentration muss auch Bestand haben, wenn es im Januar nach der Weihnachtspause weitergeht. Letztes Spiel vor der Pause ist am Sonntag um 16:30 Uhr im Pokal-Achtelfinale beim TuS Königsdorf in Frechen. Der BSV berichtet per Live-Ticker.

BSV: Paschke (2), Winck (15/1, 5 Assists), Brinkschulte, Gorontzi (22/2, 6 Reb.), Allen (14), Gashi (3/1), Juskovic (2), Dreißig (8/1), Sehovic (2), Vadder (11, 8 Reb.), van Buer, Piechotta (14/4, 6 Reb.).  Schwelm: Stodolski (11/3), Rust (4/1), Wessel (4), Palopoli (15/1), Kazembola (2), Schröter (31), Krieger (7/2) und Morlock (16/4).

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