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aufgeschnappt:

„Wir können beide Ziele, Aufstieg und Pokalsieg, noch erreichen, müssen aber auch einwenig den Druck von der Mannschaft nehmen." (Philipp Kappenstein) 

 

Ergebnisse

Herren 1 - Grevenbroich 75:80

Termine

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Video: Interviews nach Spielende
Geschrieben von Markus Holtrichter   
Sonntag, 7. März 2010

Nach dem Spiel des BSV Wulfen gegen die Grevenbroich Elephants sprach Carsten Duwenbeck mit Gäste-Trainer Heimo Förster, sowie BSV-Coach Philipp Kappenstein:

 
H1: Aufstiegstraum platzt nach 75:80-Pleite
Geschrieben von Christoph Winck   
Sonntag, 7. März 2010

Die Grevenbroich Elephants feiern mit 150 Schlachtenbummlern den faktischen Aufstieg in die 2. Bundesliga - Spieler, Verantwortliche und 800 Fans des BSV Wulfen sind bitter enttäuscht und im Tal der Tränen. Unterschiedlicher können Emotionen nicht sein, die sich wenige Meter voneinander entfernt in der Wulfener Gesamtschulhalle abspielen. Zwei Spieltage vor Ende der Saison hat Grevenbroich mit einem 80:75 (38:39)-Auswärtssieg in Wulfen Platz zwei der Regionalliga West erobert, Herbstmeister Wulfen ist auf Rang drei abgerutscht. Dieser dritte Platz ist ein Platz für Wackelkandidaten - nur zwei Drittplatzierte der vier Regionalligen können sich Hoffungen auf den Zweitliga-Aufstieg machen.

Den haben die Grevenbroich Elephants nahezu sicher, denn sie holten sich mit dem 80:75-Sieg auch den direkten Vergleich gegen Wulfen, das im Hinspiel noch 76:73 gewonnen hatte. Den Elephants fehlt noch ein Sieg zum Aufstieg, entweder nächste Woche gegen Salzkotten oder in 14 Tagen in Iserlohn. Wulfen steht in seinen beiden letzten Spielen noch unter Zugzwang, in Bielefeld und gegen Dortmund müssen Siege her, um einen guten Quotienten als bester Dritter zu landen. Einfacher wäre der Aufstieg mit einem Heimsieg über Grevenbroich gewesen. Und der war am Samstag durchaus möglich. 75:73 führten die Gastgeber zweieinhalb Minuten vor Schluss. Doch dann machte die Kappenstein-Combo keinen einzigen Korb mehr, Grevenbroich zog davon und holte sich auch noch den Direktvergleich. Bitter. Die vierte (!) Heimniederlage in 2010 riss den BSV Wulfen und seine Fans aus allen Aufstiegsträumen.

Dabei hatte Wulfen glänzend ins Spiel gefunden. Bis zur 4. Minute hatte Romeo Bakoa schon zwei Dreier getroffen, Chris Commons einen weiteren Dreier gesetzt. Wulfen führte 13:6, zwei Minuten später 16:6. Es sollte die höchste Wulfener Führung des Spiels bleiben, denn nun legte der Gast seine Nervosität ab. Punkt für Punkt holte die Mannschaft von Heimo Förster auf und ging durch einen Dreier von Andreas Fabian 18:17 (9.) in Führung. Wulfens Michi Möller konterte mit einem Wahnsinns-Dreier zum 20:18, Wulfen führte nach dem ersten Viertel denkbar knapp 23:21. Dass alle drei folgenden Viertel an Grevenbroich gehen sollten, ahnte zu diesem Zeitpunkt noch niemand.

Wieder startete der BSV glänzend ins Viertel, lag in der 12. Minute 29:21 vorne. Doch wieder holte der Gast auf. Das 36:32 von Jan Letailleur (16.) war der letzte Wulfener Feldkorb. Guido Buschmeier versenkte zwar zwei Freiwürfe zum 38:32, doch die Elephants glichen wenig später zum 38:38 aus. Kapitän Philipp Lensing rettete dem BSV mit einem verwandelten Freiwurf wenigstens die 39:38-Halbzeitführung. An der Freiwurflinie taten sich beide Aufstiegsaspiranten nichts: Grevenbroich schoss 57 Prozent (12/21), Wulfen 56 Prozent (9/16) - gut ist anders.

Es entwickelte sich ein Nervenspiel, das ganz nach den Geschmack der 942 Zuschauer in der ausverkauften Gesamtschulhalle war. Nach der Pause kamen die Gäste besser in Tritt, Dreier von Brian Graves und Timo Verwimp ließen die Förster-Truppe auf 48:41 wegziehen, wenig später hieß es 54:45 für Grevenbroich - die höchste Gäste-Führung des Spiels. Doch Wulfen kämpfte. Angetrieben von 800 Fans, die meisten in rot und weiß gewandet, ging es um jeden Ball. Bakoa schloss einen Fastbreak zum 53:56 ab, Gordon traf zum 55:58, Kapitän Lenhsing mit der Viertelsirene nach Offensivrebound zum 57:61. Alles war noch offen.

Im Schlussviertel wechselte die Führung dann nicht weniger als achtmal zwischen den beiden Kontrahenten. Es entwickelte sich ein echtes Finale  um den Aufstieg in die 2. Liga. In der 33. Minute war es Mike Gordon vorbehalten, Wulfen 65:64 in Front zu schießen. Der diesmal bärenstarke Timo Verwinp konterte zum 66:65, doch Wulfens bester Rebounder am Samstag, Jan Letailleur (11 Rebounds), versenkte zum 67:66 (33.). Wieder traf Graves einen Dreier für die Gäste - 69:67 Grevenbroich (34.). Den konterte BSV-Kapitän Philipp Lensing mit zwei Körben - 71:69 Wulfen (35.). Cayole und Zivanovic brachten wieder die Elephants nach vorne - 73:71 (36.), Wulfens Chris Commons macht an der Freiwirflinie den 73:73-Ausgleich und wirft dann den BSV in Führung: 75:73 in der 38. Minute, zweieinhalb Minuten vor Ende.

Was sich dann abspielte, erklärte BSV-Trainer hilipp Kappenstein mit "Unerfahrenheit meiner jungen Mannschaft". Der BSV traf im Angriff die falschen Wurfoptionen, wurde hektisch, weil Verwimp per Zweiter und Cayole per Dreier das Blatt wieder zum 75:78 gewendet hatten. Ein Dreier nach dem nächsten flog Richtung Grevenbroicher Korb - doch der BSV traf nicht, holte sich aber zumindest die Offensivrebounds. Dass die Aufholversuche dann mit einer Schrittfehler-Entscheidung gegen Chris Commons beendet wurden - auch damit haderte nicht nur BSV-Trainer Philipp Kappenstein nach dem Spiel.

Noch eklatanter war aber eine Entscheidung der Unparteiischen 18 Sekunden vor dem Ende. Grevenbroich hatte an der Freiwurflinie Nerven gezeigt, Wulfen war beim 75:79 nochmals in Ballbesitz. Michael Möller, Wulfens bester Freiwurfschütze, zieht in dieser Szene zum Korb und wird gleich von zwei Grevenbroichern umgerissen. Nicht nur Kappenstein fordert ein unsportliches Foul, das dem BSV alle Siegchancen ermöglicht hätte. Doch die Schiedsrichter verweigern den Pfiff, entscheiden statt auf Foul auf Ausball für Wulfen. Ohne den jungen Schiedsrichtern, die auch noch unter Beobachtung standen, einen Vorwurf machen zu wollen: Mit dieser Entscheidung 18 Sekunden vor dem Ende waren sie in einer vollbesetzten Halle sehr, sehr einsam...

"Das hat uns womöglich dann auch noch den direkten Vergleich gekostet", war die Wulfener sportliche Leitung deprimiert. Bei einer 2-Punkte-Niederlage hätte der BSV noch auf Iserlohner Schützenhilfe am letzten Spieltag hoffen können. Aber am Samstag hatte letztlich das bessere Team gewonnen. Daher geht der Glückwunsch des BSV Wulfen an die Elephants aus Grevenbroich, die dem Meister Schwelmer Baskets in die 2. Bundesliga Pro B Nord folgen werden. Wulfen muss nachsitzen - und auf das Saisonende der anderen Regionalligen warten. Das WBV-Pokalfinale gegen Recklinghausen Ende März ist da nur ein schwacher Trost - aber immerhin ein Trost.

BSV: Gordon (16/1), Hummelt, T. Gorontzi, Bruns, Möller (8/1), Buschmeier (2), Commons (23/1), Bakoa (11/3), Letailleur (4), Lensing (9) und Stagneth. Elephants: Fabian (13/1), Zivanovic (2), Schreiber (2), L. Welling, Verwimp (19/2), Ergen, Bellscheidt, N. Welling, Kruchen, Twiehoff (6), Graves (21/2) und Cayole (17/1). Schiedsrichter: Nadeesh Kattur (Oberhausen), Thomas Wilms (Köln). Zuschauer: 942 (ausverkauft).   

Letzte Aktualisierung ( Sonntag, 7. März 2010 )
 
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