Am Ende war es mehr Glück, als Verstand, dass die Münsterland Baskets überhaupt noch die Verlängerung erreichten. Zu schwach hatten sie trotz der 76:70-Führung in der Schlussphase der regulären Spielzeit agiert. Weil aber auch Paderborn am Donnerstagabend nicht überzeugte, konnten die Wölfe sich letztlich mit 88:85 (76:76, 48:48) durchsetzen und dürfen ihre weiße Weste mindestens noch bis zum Freitag kommender Woche tragen, wenn es zur Zweitvertretung der BG Hagen geht. Wulfen rückte mit dem Sieg nun kurzzeitig auf Platz Eins in der Tabelle der 2. Regionalliga West vor. Die Spitze dürften jedoch die Westfalen Mustangs am Samstag wieder erklimmen, die daheim gegen Bulmke wohl den nächsten Sieg ganz nach Investoren-Plan einfahren werden.

Connell CrosslandBilder vom Spiel (Fotos: Cichowski)

Der BSV hatte eine kuriose erste Halbzeit hingelegt: Die Wölfe schienen sich vor allem auf ihre starken Distanzsschützen zu verlassen. Beispielsweise schickte Kreshnik Gashi in den ersten 20 Minuten gleich 6 Mal den Ball von jenseits der 6,75m durch die Reuse. Offensiv durften die Gastgeber phasenweise nach Belieben schalten und walten. Auf der anderen Seite aber verweigerte der BSV nahezu geschlossen jegliche Defense-Arbeit. So blieben die Gäste aus Paderborn trotz ihrer gefühlten Unterlegenheit immer wieder dran, kamen zu zweiten und dritten Möglichkeiten und konnten ihrerseits nahezu ungestört abschließen. Mit 14:5 hatte Kreshnik Gashi sein Team in der 5. Minute in Führung gebracht. Drei Minuten später aber war der Vorsprung schon auf einen Zähler geschrumpft (21:20). Zum Ende des ersten Viertels hieß es dann 24:20.

Im 2. Viertel führte die Sorglosigkeit der an diesem Abend von Burim Gashi betreuten Mannen dazu, dass sie gar ins Hintertreffen gerieten. Nach den Ausfällen von Tim David und Philipp Mazur schien niemand bereit, die Center-Arbeit am Brett übernehmen zu wollen. Nach Fehlwürfen der Rot-Weißen schnappten sich also die Gäste beständig das Spielgerät und schlossen beispielsweise über Krüger oder Wendt ihrerseits cool ab - ohne erkennbare Gegenwehr. Bis auf 8 Punkte zogen die Ostwestfalen so zwischenzeitlich davon. Über Paschke, Gashi und Crossland aber fanden die Wölfe zumindest offensiv zurück ins Spiel. Wulfens US-Amerikaner zeigte an diesem Abend einige spektakuläre Dunks, die einwenig darüber hinweg trösteten, dass er von der Linie nur bei 4 von 13 Versuchen traf. Zur Halbzeit war die Partie mit 48:48 wieder ausgeglichen.

Es blieb fortan zunächst ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Nach dem dritten Viertel lag Wulfen mit einem Zähler hinten (64:65). Immerhin zeigten die Wölfe nun allmählich defensiv etwas mehr Biss. Ein Distanzwurf von Tim Gorontzi in der 35. Minute brachte die Hausherren mit 76:70 in Front. Doch das waren auch schon die letzten Punkte Wulfens in der regulären Spielzeit. In den verbleibenden knapp 5 Minuten scheiterten alle Abschluss-Versuche der Rot-Weißen. Die Offensiv-Rebounds gingen ohnehin fast durchweg an Paderborn und die Ostwestfalen hatten den Sieg ihrerseits greifbar nah. Das von Nicola Milosevic gecoachte Team konnte letztlich von der Linie ausgleichen, scheiterte noch hauchdünn mit einem Distanzwurf, der sich wieder aus dem Korb herausdrehte. Es ging also in die Verlängerung. In der Crunchtime versenkte dann Connell Crossland einen von vier Freiwürfen. Thorben Vadder schnappte sich einen Rebound und stellte am Ring das Schluss-Resultat her. Die Wölfe waren mit blauem Auge davon gekommen. Die Nachricht über den Erfolg wird hoffentlich zur baldigen Genesung von Coach Marsha Owusu Gyamfi beitragen, die aktuell aufgrund einer Virus-Infektion stationär behandelt werden muss.

BSV: Paschke (13/3), M. Gorontzi (7/1), Schrudde (7/1), Breu (2), Riedel (3/1), Gashi (20/6), T. Grontzi (10/2), Kleinert, Crossland (22/ 11 Reb.), Vadder (4/ 10 Reb.), Dunel. Paderborn Baskets: Kretschmann (2), J. Krüger (22/6), Wendt (24/3), Hemschemeier (4), Meinberg (2), Dübbelde (8), Tegethiff, N. Krüger (7), Preuhs (6), Frederici, Leineweber (6), Jostmann (4). Schiedsrichter: Heinz Kütenbrink, Markus Reichardt. Zuschauer: 180.

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