Im Sommer 2011 gab er nach 14 Jahren im Trikot des BSV Wulfen seinen Abschied vom Leistungssport bekannt, erhielt in der altehrwürdigen Wittenbrinkhalle - wie zuvor schon Rob Stearns und Daniel Stagneth - ein eigenes Abschiedsspiel. Damals hatte der 31-jährige Philipp Lensing gesagt: "Das muss ich mir jetzt nicht mehr antun, dafür bin ich zu alt." Der 2,10-m-Center hatte seine Karriere mit dem zweiten Gewinn des WBV-Pokals, mit dem Aufstieg in die 2. Bundesliga ProB und dort mit dem Erreichen der Playoffs gekrönt. Er wechselte in die 2. Regionalliga zum RC Borken-Hoxfeld, später dann zu seinem Heimatverein, dem Bezirksligisten TG Heiden.

Doch nun ist er zurück. Quasi aus dem Ruhestand hat der BSV Wulfen seinen langjährigen Vorzeige-Center geholt. Inzwischen ist Philipp Lensing 38 Jahre alt, zweifacher Familienvater und bei Bauer in Südlohn beruflich voll eingespannt. Dennoch schnürt er noch einmal für den BSV Wulfen seine Schuhe - als Teilzeit-Center. Denn eigentlich ist der sympathische Heidener mit Wulfener Basketball-Blut in seinen Adern für die Position des Teammanagers vorgesehen. Diese Position ist beim BSV seit zwei Jahren vakant. "Die Anfrage kommt ein Jahr zu früh", sagte Lensing zu Beginn der Gespräche. Doch mit dem BSV-Vorstand und Trainer Pedja Radanovic hat er einen Kompromiss gefunden: Donnerstags trainiert Philipp Lensing mit dem Team, kehrt zum BSV Wulfen zurück und steht - wenn das Sprunggelenk hält - als standby-Center zur Verfügung. Wenn die lange Garde mit Thorben Vadder, Lukas van Buer oder Tim Terboven verletzungsbedingt ausgedünnt ist, steht Philipp Lensing für Kurzeinsätze bereit. In 2019 übernimmt er dann das Amt des Teammanagers.

BSV-Routinier Kreshnik Gashi, der seine Rolle als "Methusalem" des Teams dann abgeben wird, sprach sich sofort für Lensing aus. Gashi hatte als einer der wenigen aktuellen BSV-Spieler mit Philipp Lensing noch zusammen in der 1. Regionalliga für den BSV gespielt. Auch Trainer Predrag Radanovic konnte sich mit der Sonderrolle vom 38-jährigen Centerroutinier mit ProB-Erfahrung anfreunden. Während Radanovics Urlaub Ende Juni übernimmt Lensing das Training. Und in der Saison kann es noch einmal Gold wert sein, einen 2,10-m-Mann in der Hinterhand zu haben. Dass eine Reihe aktueller Spieler nicht einmal halb so alt sind wie der Heidener - wen interessiert es?! Am Ende zählt die Leistung auf dem Feld. Und die bringt Philipp Lensing in Kurzeinsätzen allemal noch.

"Dass Philipp zum BSV zurückkommt, ist eine tolle Sache. Wir kennen ihn alle gut und er wird in die Rolle des Teammanagers hineinwachsen", sagt Wulfens 2. Vorsitzender Carsten Duwenbeck, der selbst zwei Kinder hat, die Belastung eines Familienvaters mit Vollzeitjob und dem Basketball als Hobby kennt und mit Lensing sogar selbst gemeinsam in der Oberliga am Ball war. Im Idealfall ist Philipp Lensing genau das Puzzleteil, das der BSV für eine erfolgreiche Saison braucht. Und den jungen Spielern kann er noch eine Menge mit auf den Weg geben.

Der neue BSV-Kader umfasst damit bislang folgende Spieler: Bryant Allen, Alexander Winck, Kreshnik Gashi, Felix Brinkschulte, Thorben Vadder, Tim Terboven, Lukas van Buer und Philipp Lensing.

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