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Das war ein Basketball-Fest vom Allerfeinsten. Als das 82:66 der deutschen Rollstuhl-Basketball-Nationalmannschaft der Männer gegen starke Israelis feststand, erhoben sich die über 500 Zuschauer in der Gesamtschulhalle von ihren Plätzen und spendeten den Akteuren auf dem Feld standing ovations. Nicht zu enden scheinender Applaus brachte das zum Ausdruck, was alle erlebt hatten: Hochklassiger Basketball-Sport in Sportrollstühlen, rasante Fastbreaks, taktische Meisterleistungen, atemberaubende Rollstuhl-Crashs und Gänsehaut-Atmosphäre zum Ende. Die Premiere eines Rollstuhl-Basketball-Länderspiels in Wulfen war ein Höhepunkt der Dorstener Sportszene, Ausrichter BSV Wulfen erntete Glückwünsche von allen Seiten, BSV-Präsident Andreas Funke als Cheforganisator musste ungezählte Hände schütteln. Und der deutsche Bundestrainer Nicolai Zeltinger fasste das größte Kompliment in diese Worte: "Wir würden nächstes Jahr gerne wiederkommen."

Länderspiel

Der BSV hatte sich mächtig ins Zeug gelegt und präsentierte sich von seiner besten Seite. Dass über 500 Zuschauer kamen, obwohl hochsommerliche Temperaturen und das Dorstener Altstadtfest in Konkurrenz standen, machte die Organisatoren stolz. Viele Basketball-Fans waren zum ersten Mal in der Gesamtschulhalle Wulfen, niemand bereute sein Kommen. Anders als am Freitag in Hamburg, als Deutschlands Rollstihlbasketballer die Israelis demontierten, entwickelte sich in Wulfen ein Duell auf Augenhöhe. Bis zum 18:16 (10.) war das Match ausgeglichen. Zwar zogen die Zeltinger-Jungs dann auf 33:16 (13.) davon und führten auch zur Halbzeit noch 45:34. Dann aber kippte die Testbegegnung. Bis auf 50:53 verkürzten die Gäste aus Nahost, die sich wie das deutsche Team auf die EM Ende September in Großbritannien vorbereiten. Erst ein Zwischenspurt des DRS-Teams brachte den sechsten deutschen Sieg im sechsten EM-Test.

Auch das Drumherum passte hervorragend. Erstmals erlebte die Gesamtschulhalle ein Basketballspiel mit Drei-Schiedsrichter-Technik: Gabe Caliguiri (Troisdorf), Markus Reichardt (Gelsenkirchen) und Uwe Burchardt (Bonn) leiteten als Fußgänger das Spiel der Rollis ohne Probleme - auch wenn die Gäste ein wenig mit ihrer frühen Foulbelastung haderten. Letztlich schied aber kein Akteur mit dem 5. Foul aus. Die Nationalhymnen beider Länder intonierten die Bläserklassen der Integrierten Gesamtschule Wulfen voller Inbrunst unter der Leitung von Stephanie Gruber-Hemmelmann. Die israelische Hymne wurde gleich mit allen drei Strophen gespielt - ein Missverständnis im Vorfeld. Den Sechst-, Siebt- und Achtklässlern machte niemand einen Vorwurf.  Israels Nationaltrainer Ariel Otolengi lächelte: "Das war zwar dreimal so lang wie sonst, aber die Kinder haben toll gespielt." Dorstens Bürgermeister Tobias Stockhoff gab vor dem Hochball dem BSV-Hallensprecher Carsten Duwenbeck ein Interview, blieb dann auch bis zum Schlusspfiff. Auch er war begeistert, was in seinem Wulfen auf die Beine gestellt worden war. Dass zum Ende des Spiels die tief stehende Sonne durch die Dachfenster aufs Feld schien und eher die Israelis behinderte, blieb auch dem Bürgermeister nicht verborgen. Der BSV kannte dieses Problem nicht, finden seine Spiele doch nach 20 Uhr in den dunklen Monaten des Jahres statt.

Mit einem gemeinsamen Abendessen in der Bar 61 und einem gemeinsamen TV-Erlebnis bei Barcas 3:1-Finalsieg in der Champions League über Juve ging der Rollstuhl-Basketball-Tag in Wulfen zu Ende. Ein rundum gelungener Tag!

Deutschland: Björn Lohmann, Thomas Becker (3), Matthias Heimbach, Chris Huber, André Bienek (12/1), Sebastian Magenheim (6), Marcus Kietzer, Alex Houluski (31), Jan Haller (12), Thommy Böhme (18) und Jan Sadler.

Israel: Moshe Tabashi (2), Lior Dror (14), Ash-El Shabo (10), Shay Bar Bivei, Roy Rozenberg (14), Tomer Yatzkan (2), Alon Doron (18), Haymann Abu Aday, Tomer Sason (6), Edo Shkuri, Daniel Naguen.

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